Luftqualitäts Wiki

Luftschadstoffe

Ozon – O3

Ozon ist ein farbloses, giftiges Gas. In Bodennähe wird es bei Sonneneinstrahlung, durch photochemische Prozesse aus Stickoxiden und anderen flüchtigen organischen Verbindungen gebildet.

  • Hauptquellen: Straßenverkehr, Feuerungsanlagen, Lösungsmittel, Landwirtschaft
  • Auswirkungen auf die Gesundheit: Schädigung der Lunge, Intensivierung von Asthmasymptomen oder anderen Lungenerkrankungen, Irritation der Atemwege
  • Betroffene Risikogruppen: Personen mit Lungenerkrankungen, Kinder, Senioren, im Freien aktive Personen
  • Auswirkungen auf die Umwelt: Beeinträchtigtes Pflanzenwachstum, beeinträchtigte Qualität und Quantität landwirtschaftlicher Produkte

Feinstaub – PM10

Unter PM10 werden alle festen und flüssigen Partikel unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung mit einem Durchmesser kleiner als 10 μm zusammengefasst.

  • Hauptquellen: Straßenverkehr, Kraftwerke, Öfen/Heizungen von Wohnhäusern, Metallerzeugung, Landwirtschaft, Bodenerosionen
  • Auswirkungen auf die Gesundheit: Je nach Größe dringen Partikel bis in die Nasenhöhle, Bronchien oder den Blutkreislauf vor und schädigen das Gewebe
  • Betroffene Risikogruppen: Personen mit erhöhtem Risiko für Lungen-, Herz/Kreislauferkrankungen oder Diabetes, Kinder, Senioren, im Freien aktive Personen

Feinstaub – PM2.5

Unter PM2.5 werden alle festen und flüssigen Partikel unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 μm zusammengefasst.

  • Hauptquellen: Straßenverkehr, Kraftwerke, Öfen/Heizungen von Wohnhäusern, Metallerzeugung, Landwirtschaft, Bodenerosionen
  • Auswirkungen auf die Gesundheit: Je nach Größe dringen Partikel bis in die Nasenhöhle, Bronchien oder den Blutkreislauf vor und schädigen das Gewebe
  • Betroffene Risikogruppen: Personen mit erhöhtem Risiko für Lungen-, Herz/Kreislauferkrankungen oder Diabetes, Kinder, Senioren, im Freien aktive Personen

Stickstoffdioxid (NO2)

Stickoxide sind Nebenprodukte von Verbrennungsprozessen. Unter Sonneneinstrahlung sind sie maßgeblich für die Bildung von bodennahem Ozon und stellen auch eine Quelle für die Bildung von Feinstaub dar.

  • Hauptquellen: Straßenverkehr, Feuerungsanlagen, Lösungsmittel, Landwirtschaft
  • Auswirkungen auf die Gesundheit: Reizt und verengt die Bronchien, Intensivierung von Lungenerkrankungen, erhöht das Risiko von Diabetes und Herz/Kreislauferkrankungen
  • Betroffene Risikogruppen Personen mit Lungenerkrankungen oder erhöhtem kardiovaskulärem Risiko, Kinder, Senioren, im Freien aktive Personen
  • Auswirkungen auf die Umwelt: Beeinträchtigtes Pflanzenwachstum, was zu Überdüngung und Versauerung von Böden und Gewässern führt.

Überblick über die wichtigsten Grenzwerte / Richtwerte

Die gesetzlichen Grenzwerte in Deutschland orientieren sich stark an den EU Vorgaben, während die z.B. Schweiz sich die Empfehlungen der WHO zum Ziel nimmt. In der Schweiz und in Schottland sind die Grenzwerte für Luftverschmutzung am striktesten.  Es wird nicht erwartet, dass der Brexit Auswirkung auf die Grenzwerte Großbritanniens hat, da dort bereits strenge Vorgaben gelten.

Ozon Grenzwerte / Richtwerte

WHO: 100 µg/m3 (8 Stunden, tägliches Maximum)

EU: 120 µg/m3 (8-Stundendurchschnitt, der im Mittel nicht an mehr als 25 Tagen in den letzten 3 Jahren überschritten werden darf.)

Deutschland: 120 µg/m³ O3 (Höchster 8-Stundendurchschnitt eines Tages innerhalb eines Kalenderjahres)

 

Feinstaub (PM10) Grenzwerte / Richtwerte

WHO: 15 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

EU: 40 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

Deutschland: 40 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

 

Feinstaub (PM2.5) Grenzwerte / Richtwerte

WHO: 5 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

EU: 25 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

Deutschland: 25 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

 

Stickstoffdioxid (NO2) Grenzwerte / Richtwerte

WHO: 10 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

EU: 40 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

Deutschland: 40 μg/m³ (Jahresdurchschnitt) 

 

Luftqualität in Zahlen

22.000 Datensätze deuten auf Verbindung von Luftschadstoffe/Lärmbelästigung und Herzinsuffizienz hin.

Forscher der American Heart Association sammelten Daten von über 22.000 Menschen. Die Analyse ergab Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Emissionen und Herzinsuffizienz. Es ist überraschend, wie die beiden Faktoren zusammenwirken, sagten die Forscher. Lesen Sie hier mehr.

500.000 vorzeitige Todesfälle jährlich sind in der WHO Region Europa auf Luftverschmutzung zurückzuführen

Die WHO-Zahlen zeigen, dass 348 000 dieser Todesfälle in der Region in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und 208 000 in Ländern mit hohem Einkommen auftraten. Die meisten dieser Todesfälle sind auf die Luftverschmutzung zurückzuführen.
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Risiko des Todes durch Alzheimer-Krankheit 35% höher mit höheren PM2,5 Niveau

Die Verschmutzung durch Feinstaub (PM2,5) ist mit einem signifikant erhöhten Risiko für Krankenhausaufenthalte und den Tod durch Alzheimer verbunden, so eine neue Studie der Duke University.
Die Forscher analysierten Die Mortalitäts- und Krankenhauseinweisungsdaten in North Carolina auf Zusammenhänge mit PM2,5-Werten. Sie identifizierten 87 Postleitzahlen in North Carolina, bei denen PM2,5 über den Werten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag. Bereinigt um Faktoren wie Rasse, Geschlecht, Einkommen, Bildung und Zugang zur Gesundheitsversorgung fanden die Forscher heraus, dass das Risiko des Todes durch Alzheimer in Bevölkerungen, die in Gebieten mit höheren PM2,5-Werten lebten, um 35% höher war.

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90% der Welt leiden unter schädlichen Konzentrationen von Luftverschmutzung

Das durchschnittliche Niveau von Feinstaub (PM2,5) liegt in den größten Städten der Welt bei 39 ug/m3, fast um das 4-fache höher als die Empfehlung der WHO.

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Klima

Was bedeutet „Klima“

Unter „Klima“ versteht man das durchschnittliche Wetter einschließlich seiner Extremwerte über einen längeren Zeitraum an einem bestimmten Ort. „Klima“ ist also nirgendwo direkt messbar, sondern eine Statistik aus vielen Messungen. Das Gebiet kann klein oder groß sein, eine Stadt oder ein Kontinent oder der ganze Globus. Der Zeitraum muss groß genug für die Bildung eines statistischen Mittelwertes sein.

Als Referenzzeitraum für die Bestimmung des Klimas der Gegenwart werden 30 Jahre zugrundegelegt, z.B. die Jahre 1961-1990. Falls die Klimavariablen, d.h. Temperatur, Niederschlag, Wind, Verdunstung usw., um einen langjährigen Mittelwert schwanken, bleibt das Klima stabil. Wenn sich der Mittelwert und die Variabilität der Extreme erkennbar verändern, liegt eine Klimaänderung vor. Im Gegensatz zum Wetter lassen sich die statistischen Mittelwerte des Klimas theoretisch längerfristig vorhersagen, insbesondere für größere Räume wie Kontinente oder den Globus

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Klimawandel

„Klimawandel“ bezeichnet die Abkühlung oder Erwärmung des Klimas auf der Erde über einen langen Zeitraum. Nicht zu verwechseln mit dem Wetter – das, was wir tagtäglich an kurzfristigen, aktuellen Veränderung der Temperatur wahrnehmen. Der Klimawandel ist kein neues Phänomen. Er beschreibt die langfristigen Veränderungen von Faktoren wie der Temperatur, des Niederschlages und der Meeresströmungen.

Der natürliche Klimawandel ist ein Prozess, der sich über Jahrtausende entwickelt.

Der menschengemachte Klimawandel dagegen vollzieht sich dagegen innerhalb weniger Generationen.  

In den letzten 10.000 Jahren war die Temperatur unseres Planeten weitgehend stabil. Mit Anbruch des industriellen Zeitalters vor ungefähr 260 Jahren änderte sich dies.

Kipppunkte

Ein Kipppunkt ist, wenn die vertraute Entwicklung eines Systems so aus dem Gleichgewicht gerät, dass es eine neue Entwicklung nimmt und oft nicht mehr in den früheren Zustand zurückversetzt werden kann.

Eng damit vebunden ist der Begriff „Kippelement„. Unter einem Kippelement wird in der Klimaforschung ein Teil des Klimasystems bezeichnet, dessen Zusammenhänge auf die Existenz eines Kipppunktes (im weiteren Sinn) hindeuten.

Mit Hilfe verschiedenster Klimamodelle wurden bislang einige Regionen identifiziert, in denen das lokale Klima sehr sensibel auf Eingriffe reagiert. Manche dieser Kipppunkte könnten bereits im Laufe des 21. Jahrhunderts überschritten werden oder sind gar schon überschritten. 

Ein solches „Umkippen“ stellt also ein Risiko dar, bei dem der Schaden gewaltig, aber die Wahrscheinlichkeit des Eintretens unbekannt ist. Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen, die jedes dieser Szenarien mit sich bringt, erscheint es zwingend, dass sich all diese Entwicklungen auch gegenseitig beeinflussen und das Überschreiten eines Kipppunktes indirekt die Überschreitung eines anderen auslösen könnte. Die komplexen Wechselwirkungen sind unüberschaubar und derzeit keineswegs komplett erforscht.

Kurzlebige Klimaschadstoffe

Kurzlebige Klimaschadstoffe sind mächtige Klimatreiber, die viel kürzer in der Atmosphäre verbleiben als Kohlendioxid (CO2),aber ihr Potenzial, die Atmosphäre zu erwärmen, kann um ein Vielfaches größer sein. Bestimmte kurzlebige Klimaschadstoffe sind auch gefährliche Luftschadstoffe, die schädliche Auswirkungen auf Menschen, Ökosysteme und landwirtschaftliche Produktivität haben.

Die kurzlebigen Klimaschadstoffe Ruß, Methan, troposphärisches Ozon und  teilfluorierte Kohlenwasserstoffe sind die wichtigsten Beiträge zum vom Menschen verursachte globalen Treibhauseffekt nach Kohlendioxid, der für bis zu 45% der aktuellen globalen Erwärmung verantwortlich ist.

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