Energiesparen beim Klimaschutz?

Die Zeiten, in denen Klima- und Umweltschutz immer eindeutig auf der „guten“ Seite eingeordnet wurde sind vorbei. In der realen Umsetzung kollidieren z.B. alternative Energien mit Natur- und Artenschutz wie im Falle von Off-Shore Windparks. Auch die Diskussion um “saubere” Atomenergie ist schwierig. Das bedeutet man muss grundsätzlich genauer hinsehen, die (langfristigen) Auswirkungen abwägen und die geplanten Maßnahmen entsprechend umfassend bewerten.

Auch beim Thema Luftqualitätsmessung gibt es Nebenaspekte zu beachten. Es ist schon fast ein Paradoxon, wenn die Luftqualität gemessen wird, indem die Messgeräte auf Fahrzeugen durch die Stadt fahren. Ein Elektroantrieb wirkt sich da bestenfalls NO2-mindernd aus. Die Feinstaubbelastung durch Brems- und Reifenabrieb bleibt. Auf die Umweltproblematik bei der Produktion der nötigen Kfz-Batterien muss hier nicht extra eingegangen werden.

Momentan ein sehr aktuelles Thema ist die Energieversorgung und der Energieverbrauch. Auch im Bereich der Luftqualitätsmessung gibt es hier gravierende Unterschiede. Die Container, die die öffentlichen Messstationen betreiben haben je nach Ausstattung einen jährlichen Energiebedarf von 3.500 kWh bis zu 11.000 kWh. Das bedeutet, selbst die sparsameren Messstationen verbrauchen mehr als ein typischer 2-Personen Haushalt.

Bei den Hawa Dawa Messgeräten wird durch den innovativen Einsatz von künstlicher Intelligenz das energieaufwendige Konditionieren der Luft vor dem Messen durch einen Kalibrieralgorithmus übernommen. Damit liegt der Jahresverbrauch von Strom bei unseren Messgeräten auf dem Niveau eines haushaltüblichen Gefrierschranks – also bei einem Bruchteil der Energie, die für eine Messstation aufgewendet werden muss.

Synergieeffekt von Hitze und Luftverschmutzung: Sterberisiko verdoppelt sich fast

“Die Auswirkungen der gleichzeitigen Exposition gegenüber extremen Temperaturen und der Luftverschmutzung auf die Sterblichkeit sind größer als die Summe der jeweiligen Auswirkungen.” So fasst Dr. Mostafijur Rahman die Ergebnisse einer Studie zusammen, die von Forschern der Keck School of Medicine der USC durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung, da die Belastung durch Hitze und Luftverschmutzung mit dem Klimawandel zunehmen wird. Weiterlesen

Die gesellschaftliche/politische Dimension des Klimawandels erkennen: Klimagerechtigkeit und Umweltgerechtigkeit

Klimagerechtigkeit

Wir sprechen schon seit langem über den Klimawandel. Er ist die größte globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Jedes Lebewesen auf der Erde, vom Menschen bis zum Tier, gehört zu unserem Ökosystem. Es gibt klare Beweise dafür, dass menschliche Aktivitäten das Ökosystem verändern.

Diese Veränderung ist zwar global, dass bedeutet es trifft den ganzen Planeten. Ihre Verursacher hingegen sind jedoch alles andere als gleichmäßig über den Planeten verteilt. So sind allein die USA für mehr als 25% des globalen CO2 Ausstoßes auf unserem Planeten verantwortlich. Der Großteil liegt also in der Verantwortung der Industriestaaten. Die Folgen daraus, bekommen jedoch überwiegend die südlichen gelegenen Entwicklungs- und Schwellenländer zu spüren. Also genau dort, wo auch die Wertschöpfung der Industriestaaten stattfindet. Wenn die Industrienationen für einen Großteil, der in der Vergangenheit emittierten Schadstoffe verantwortlich sind, sollte dann nicht auch die Verantwortung für die Beseitigung der daraus folgenden Schäden an Menschen und Umwelt an diese übertragen werden? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich der Begriff der „Klimagerechtigkeit“.

Diese aktuell vorherrschende Klimaungerechtigkeit ist eine direkte Folge von politischen Ereignissen – meist reicher Länder. Unser Wohlstand und Reichtum wurde und wird zum Großteil auf Kosten fremder Ressourcen erreicht und führt in den Industriestaaten zu immer mehr Wachstum und Konsum. In den ärmeren Ländern wiederum zu mehr Abhängigkeit. Deshalb muss es speziell für die Klimakrise eine internationale politische Dimension geben, die im Schulterschluss die soziale Ungerechtigkeit UND die Klimaungerechtigkeit angeht. Im Zuge dessen müssen reiche Länder ihre historische Schuld anerkennen und Schritte zur Wiedergutmachung einleiten.

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Umweltgerechtigkeit

„Jeder Mensch hat ein Grundrecht auf Gastfreundschaft auf der Erde – das ist der Kern der Menschenrechte – und ein Drittel der Weltbevölkerung lebt vom direkten Zugang zur Natur.“ , Wolfgang Sachs

Der Begriff kommt aus dem englischen Wort “ Environmental Justice“. Das erste Konzept der Umweltgerechtigkeit wurde in den 1980 er Jahren in den USA von Bürgerrechtsgruppen ins Leben gerufen und richtete sich an sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Soziale und wirtschaftliche Gleichheit sind für die Umweltgerechtigkeit von wesentlicher Bedeutung. Im Grunde geht es bei der Umweltgerechtigkeit auch um Themen wie Rassismus und der sozioökonomischen Ungerechtigkeit.

Im Gegensatz zur Klimagerechtigkeit geht es bei der Umweltgerechtigkeit um die Wechselbeziehungen zwischen Umwelt, Gesundheit und der sozialen Situation der betroffenen Menschen. Selbst in der industrialisierten Welt sind die gesundheitlichen Belastungen durch Umweltprobleme ein ernstes Problem. Immer mehr Menschen leiden an Atemwegs- oder Hautkrankheiten, die durch Luftverschmutzung ausgelöst oder gefördert werden. Darüber hinaus können Faktoren wie sozialer Hintergrund, Einkommen und Bildung eine solche Belastung erhöhen. Die Lebensbedingungen und der Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel die Belastung durch Schadstoffe aufgrund der vorherrschenden Verkehrsbedingungen in städtischen Gebieten.

Jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes Trinkwasser, frische Luft usw. Die Regierungen sollten sicherstellen, dass die Menschen das Recht auf eine saubere und gesunde Umwelt bekommen. Eine gesunde Umwelt ist für jeden wichtig und trägt zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit bei.

Diese sozioökonomischen Faktoren spielen jedoch auch weltweit eine große Rolle. In vielen Teilen der Welt haben die Menschen keine Chance, sich diesen negativen Einflüssen zu entziehen, oder sie sind sich der Belastung nicht einmal bewusst. Die Regierungen sollten Maßnahmen ergreifen, um Menschen zu helfen, die stark betroffen sind. Mit sauberer Luft, sauberem Trinkwasser und einem sicheren Lebensumfeld können wir dieses Problem lösen. Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem alle Menschen die gleiche Lebensqualität haben, um eine gesunde Lebensumgebung zu schaffen.

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Saubere Luft – Eine Aufgabe innerhalb der kommunalen Daseinsfürsorge

In der EU besteht ein Recht auf saubere Luft (mehr dazu hier). Daher sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Luftschadstoffe zu senken.

Die Grundlage dafür bildet die EU-Luftreinhalterichtlinie (2008/50/EG). Die von der Bundesregierung beschlossene Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) setzt diese EU-Richtlinie in nationales Recht um. Zur Verbesserung der Luftqualität legt sie Grenzwerte für Schadstoffkonzentrationen in der (Umgebungs-)Luft fest.

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Individuelles Recht auf Luftreinhaltung

Staatshaftung für Gesundheitsschäden, die durch Luftverschmutzung verursacht sind

In einem Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das im Mai im Rahmen eines Votums des Generalanwalts veröffentlicht wurde, wird definiert, unter welchen Bedingungen und Kriterien einzelne Bürger Schadensersatz vom Staat verlangen können. Folgende drei grundsätzlichen Voraussetzungen sind dabei maßgeblich:

1. Die in der EU-Richtlinie festgelegten Grenzwerte wurden überschritten

2. Die Verletzung dieser Richtlinie muss qualifizierbar und vorwerfbar sein, d.h. trotz Grenzwertüberschreitungen wurden keine effektiven Luftreinhaltepläne erstellt und umgesetzt.

3. Es muss ein kausaler Zusammenhang zwischen der qualifizierten Verletzung der Richtlinie und dem eingetretenen Gesundheitsschaden nachgewiesen werden – hier könne allerdings genügen, dass der Geschädigte sich ausreichend lange in einer Umgebung aufgehalten hat, für die die Grenzwerte überschritten wurden. Weiterlesen

Weltumwelttag 2022

Der Weltumwelttag wird seit dem 5. Juni 1972 begangen. An diesem Tag fand die erste Weltumweltkonferenz in Stockholm statt und der „Weltumwelttag“ wurde vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen offiziell festgelegt. Inzwischen hat der Tag internationale Bedeutung, denn er wird in über 150 Ländern offiziell gewürdigt. Auch Deutschland ist seit 1976 dabei. Ziel des Umwelttages soll es sein, das Bewusstsein für die Verantwortung des Menschen für die Natur zu schärfen, die nachhaltige Entwicklung der Umwelt zu fördern und die Gesellschaft aktiv in den Kampf für den Erhalt und die Verbesserung der Umwelt einzubeziehen.

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Hawa Dawa veröffentlicht flächendeckendes Immissionskataster zu Stickstoffdioxid-Immissionen in Deutschland

Wie hoch sind die Stickstoffdioxid-Immissionen im deutschen Bundesgebiet? Kommen wir voran mit der viel beschworenen Verkehrs-, Energie- und Wärmewende, der dringenden Reduzierung fossiler Verbrennungsprozesse und der Beseitigung klimaschädlicher Emissionen? Und – wenn ja – in welchem Tempo, in welchen Regionen genau und mit welchen Entlastungen für Mensch, Natur und Umwelt geht dies einher? Diese Fragen beschäftigen Politik, Verwaltungen, Forschung und Bürger immer häufiger. Nun präsentiert Hawa Dawa einen neuen Ansatz, der sich eine Reihe von Vorzügen neuer Technologien zu Nutze macht, um eine höhere räumliche und zeitliche Auflösung von Luftschadstoffdaten zu ermöglichen. Das Immissionskataster hat damit das Potenzial, die Business Intelligence Grundlage für eine datenbasierte Verkehrswende und Klimapolitik zu bilden.
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ChangeNOW – Umgestaltung unserer Bildungssysteme zur bestmöglichen Vorbereitung künftiger Generationen

Auf der ChangeNOW-Veranstaltung in Paris haben viele erstaunliche Menschen ihre Ideen zur Bewältigung der ökologischen Herausforderungen und des Klimawandels vorgestellt. Eine der anregendsten Sitzungen trug den Titel „Die Zukunft der Bildung“: Die meisten Bildungssysteme beruhen noch immer auf denselben Grundsätzen wie bei ihrer Gründung vor über 100 Jahren. Doch die Welt hat sich verändert und entwickelt sich weiter. Wir müssen unsere Bildungssysteme umgestalten, um künftige Generationen bestmöglich auf diese neuen Herausforderungen vorzubereiten.

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Klimagerechtigkeit – ein Thema, das nicht länger ignoriert werden kann

Einer der dringendsten Aspekte des Klimaschutzes ist die Umweltgerechtigkeit. Auf der ChangeNOW-Veranstaltung in Paris war eine ganze Sitzung der Tatsache gewidmet, dass die Menschen, die am wenigsten Einfluss auf den Klimawandel haben, am stärksten davon betroffen sind – wie die Moderatorin Lovelda Vincenzi sagte. Die Diskussion auf dem Podium drehte sich darum, dass die Klimadringlichkeit eine globale Krise ist, deren Auswirkungen aber nicht überall auf der Welt gleich stark zu spüren sind. Die am wenigsten verschmutzenden Bevölkerungsgruppen sind am stärksten vom Klimawandel betroffen. Internationale Entscheidungsträger und politische Führer müssen die Rechte der Schwächsten schützen und dafür sorgen, dass die Lasten des Klimawandels gleichmäßig und gerecht verteilt werden.

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Kipppunkte im Detail | Eisschmelze (Ep 3/3)

Wir sehen jeden Tag Bilder von abgemagerten Eisbären und bemitleiden ihr Schicksal – sie sind ein lebendiges Beispiel für die traurige Realität in der Arktis. Ja, wir bemitleiden sie, aber wir sind uns oft nicht bewusst, dass das Abschmelzen des arktischen Eises für uns genauso schädlich ist wie für sie.

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