Was bedeuten die neuen WHO Richtwerte zur Luftverschmutzung?

Durch die Reduzierung der empfohlenen Höhen geraten existierende Gesetze unter Druck – oder werden zumindest hinterfragt. Während die europäische Luftreinhalterichtline den bisherigen WHO Empfehlungen aus 2005 weitestgehend entsprach, entstehen nun deutliche Lücken. Die EU hat hier bereits eine Revision angekündigt und die entsprechende Konsultation gestartet.

Warum jetzt?

Die neuen WHO Empfehlungen basieren auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Zusammenhängen von verschmutzter Luft und Krankheit. In einer Szenario Analyse wurde z.B. ermittelt, dass 66% der vorzeitigen Todesfälle, die 2016 in Europa durch Feinstaub (PM2,5) verursacht wurden, hätten verhindert werden können, wenn der nun gültige Richtwerte damals erreicht worden wäre. Das sind mehr als 300 000 vermeidbare Todesfälle in Europa.

Was ist anders?

Neben der Verschärfung der Richtwerte, hat die WHO nun auch Zwischenziele auf dem Weg zum niedrigeren Wert veröffentlicht. Allerdings sind zwei qualitative Aussagen in der Veröffentlichung noch gravierender:

  1. Die WHO stellt klar den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Luftreinhaltung
  2. Unabhängig vom absoluten Niveau hat eine Veränderung der Luftqualität immer – auch bei bereits niedrigeren Werten – einen nachweisbaren Effekt auf die Gesundheit. Die WHO betont die Wichtigkeit, die Luftqualität auch bei bereits niedrigen Werten weiterhin zu verbessern und appelliert an die Gesetzgebung starre Grenzwerte durch ein dynamisches Incentive System zu ersetzen bzw. zu ergänzen.

Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass nicht nur mit einer strikteren Gesetzgebung bezüglich von Grenzwerten zu rechnen ist, sondern auch in der Art und Weise, wie die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben nachzuweisen ist: Ein rein retrospektiver Abgleich der Werte wie bisher mag dem dann nicht mehr genügen. Dabei werden drei Aspekte maßgeblich sein:

  • Flächendeckung
  • Messgenauigkeit
  • Handlungsrelevanz der Daten
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