Gleichen die positiven Effekte aus dem Lockdown die gesundheitlichen Beinträchtigungen durch die Covid-19 Pandemie aus

Eine tiefergehende Analyse für München

Die COVID-19-Pandemie hat bis zum 14. Juli 2020 weltweit etwa 13 Millionen Menschen infiziert und mehr als 550 000 Todesfälle gefordert. In der Forschung wurde berichtet, dass eine hohe Luftverschmutzung „einer der wichtigsten Verursacher von Todesfällen durch COVID-19″ sein könnte. Studien zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen Feinstaub und Stickstoffdioxid zu Gesundheitsschäden und insbesondere zu Erkrankungen im Zusammenhang mit der Lunge wie Lungenentzündung, wodurch Menschen, die an diesen Krankheiten leiden, anfälliger für COVID 19 sind. Auf der anderen Seite hat sich die Luftqualität aufgrund der Sperrmaßnahmen erheblich verbessert.

München, die Hauptstadt Bayerns, die drittgrößte Stadt Deutschlands

Die Stadt hat einen sehr hohen Pro-Kopf-Fahrzeugbesitz von etwa 550 Autos/1000 Einwohner. Der Bevölkerungszuwachs auf dem begrenzten Platz und der hohe Verkehr belasten die Umwelt der Stadt. Das hohe Verkehrsaufkommen und die Verkehrsüberlastung führen zu Lärm und hoher Luftverschmutzung. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist München nach Stuttgart die am zweithäufigsten verschmutzte Stadt in Deutschland.
Zur Beurteilung der Verbesserung der Luftqualität durch die COVID 19-Sperrung in München wurden 40 NO2-Kollektor- und 5 Flugsicherungsdaten des Bayerischen Lufthygiene-Überwachungssystems (LÜB) analysiert. NO2 wird als Schadstoff für die Studie genommen, da es sich um einen primären Luftschadstoff handelt, der aus Fahrzeug- und Industriequellen freigesetzt wird. Der Lock-Dwon zwang die Menschen, zu Hause zu bleiben, um das „Social Distancing“ aufrechtzuerhalten, was natürlich zu einem erheblichen Rückgang des Fahrzeugverkehrs führte. Die Hypothese ist, dass es während der Sperrung, aufgrund weniger Fahrzeuge auf den Straßen,  eine Verringerung der NO2 Werte in der Stadt stttgefunden haben sollte.
Da die Verschmutzung auch von den Wetterparametern abhängt, wird ein Vergleich mit den Werten des ersten Quartals (Januar bis April) des Jahres 2020 mit dem ersten Quartal 2019 vorgenommen, um homogene Werte zu nutzen. Überwachungsstationswerte liefern Messungen für bestimmte Standorte. Daher halfen räumliche Interpolationstechniken wie Kriging bei der Schätzung des Verschmutzungsniveaus an einem nicht gemessenen Ort. Kriging-Interpolation kann verwendet werden, um räumliche Karten für eine Stadt mit Überwachungsstationsdaten zu erstellen. Zuerst wurden NO2-Sammlerstandorte mit Google Earth identifiziert und ihr Breiten- und Längengrad wurde festgestellt. Dann wurden die Werte des ersten Quartals 2019 und 2020 von der Website der Stadt München abgerufen. Als nächstes wurden in R für beide Jahre Raumkarten erstellt. Schließlich wurde die Differenz berechnet, um die Veränderung der Luftqualität von 2020 bis 2019 zu sehen. Das folgende Diagramm zeigt die räumliche Karte für 2019 und 2020 sowie deren Unterschiede.

Das Bild anklicken, um die interaktive Karte zu öffneen

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die NO2-Konzentration in den meisten Gebieten um bis zu 8 μg/m3 verringert eging. Das Stadtzentrum ist in der Regel das am stärksten verschmutzte Gebiet in der Stadt aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte, und ein Hot Spot für alle wichtigen kommerziellen Aktivitäten wie Cafés, Restaurants, Touristenattraktionen, etc. Die NO2-Konzentrationen in der Innenstadt überschreiten oft den europäischen Jahresgrenzwert von 40 μg/m3. Während der Sperrung können wir eine deutliche Verbesserung der Luftqualität im Stadtzentrum sehen, da es weniger Zustrom von Menschen und Autos in der Gegend gab. Wir sehen bedauerliche Todesfälle durch COVID19, aber die Münchner haben während der Sperrung eine sauberere Luft erfahren, die indirekt eine Reihe von Todesfällen hätte verhindern können. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur verursacht Stickstoffdioxid in Deutschland jährlich mehr als 12.800 Todesfälle. Nach Schätzungen des Zentrums für Energie- und Saubere Luftforschung (CREA) hat Deutschland aufgrund der Corona-Containment-Maßnahme oder -Sperre rund 2083 Todesfälle vermieden. Dieses Ergebnis sollte die betroffenen Behörden ermutigen, sauberere Luft als wesentlichen Bestandteil ihrer künftigen Politiken und Pläne zu haben.

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Quellen:

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